Strategie

ACORN untersucht Populationen der Stiel-, Trauben- und Flaumeiche (Quercus robur, Q. petraea bzw. Q. pubescens) aus Mitteleuropa und dem östlichen Mittelmeerraum. Um die Anpassung auf regionaler Ebene zu untersuchen, werden in jeder Region 10 Paare, von nahe beieinander liegender Bestände jeder Art, ausgewählt. Auf kontinentaler Ebene wird ACORN die Population der beide Untersuchungsgebiete vergleichend untersuchen. Es wird davon ausgegangen, dass die frühere Selektion auf trockenheitstolerante Phänotypen zu genetischen Unterschieden zwischen verschiedenen Umgebungen geführt hat. Um dies zu untersuchen, wird eine Umweltassoziationsanalyse durchgeführt, welche testet, ob ein signifikanter Zusammenhang zwischen Umweltbedingungen und Genotypen besteht. Zusätzlich werden in beiden Untersuchungsgebieten Versuchsflächen mit Nachkommen der untersuchten Populationen angelegt, um die physiologische und morphologische Differenzierung anhand von Merkmalen der Trockenheitstoleranz zu überprüfen.

 

Eine genomweite Assoziationsanalyse zwischen Phänotyp und Genotyp wird Hinweise auf die Gene geben, die den untersuchten Merkmalen zugrunde liegen. Basierend auf diesen Ergebnissen wird ein innovatives Konzept zum Saatgut Transfer entwickelt, um FVG-Leitlinien zu formulieren und an die aus dem Klimawandel resultierenden Bedürfnisse anzupassen.

 

Durch die Beteiligung von Forschungsinstituten, die auch für die Erarbeitung von FVG-Leitlinien verantwortlich sind, wird sichergestellt, dass alle praktischen und politikbezogenen Aspekte von Projektbeginn an berücksichtigt werden. Darüber hinaus wird von Anfang an in ACORN ein breiteres Netzwerk von Interessengruppen eingebunden. Hierzu gehören politische Entscheidungsträger (z.B.: nationale Behörden, die Richtlinien für den Saatguttransfer erlassen), sowie private Unternehmen, wie z.B.: Baumschulen und Nichtregierungsorganisationen  (z.B. Naturschutzverbände). ACORN legt besonderen Wert auf einen frühzeitigen Austausch über die Projektziele und -ansätze sowie die Wahrnehmungen und Erwartungen der Stakeholder an die geplante Forschung. So werden während des gesamten Projekts bilaterale Treffen auf nationaler und internationaler Ebene organisiert. Am Ende des Projekts findet ein Workshop statt, um Stakeholder aus allen teilnehmenden Ländern über die Projektergebnisse und das entwickelte Konzept für den Saatgut Transfer zu informieren.