AP5 Richtlinien für den Transfer von Saatgut

Es wird erwartet, dass im Vergleich zur Generationszeit von Bäumen,  der Klimawandel in kürzerer Zeit zu großen Umweltveränderungen führen wird, wodurch natürliche Anpassungsprozesse von Baumpopulationen nicht schnell genug reagieren können. Um klimabedingte genetische Fehlanpassungen abzufedern, wird die Einführung von vorangepasstem Saat- oder Pflanzgut und einer damit verbundenen Frequenzerhöhung präadaptierter Gene,  als vielversprechendes Instrument zur Erhöhung der Waldstabilität diskutiert.

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Welches Saatgut ist das richtige?
Die Richtlinien für den Transfer von Saat- und Pflanzgut sind Empfehlungen für den Einsatz von FVG. Sie sollen z.B. Waldbesitzern bei der Auswahl geeigneter Saatgutquellen helfen, die (a) den zu erwartenden Klimaveränderungen gewachsen sind, und (b) die vielfältigen Erwartungen der Forstakteure erfüllen. Die Wahl genetisch angepasster Saatgutquellen ist ein grundlegender Schritt in der nachhaltigen Waldbewirtschaftung und Richtlinen für den Saatguttransfer müssen daher auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.

Die Verwendung nicht lokaler Saatgutquellen muss jedoch mit Vorsicht erfolgen, unter Berücksichtigung des möglichen Risikos für natürliche Populationen. Jede Translokation (der erfolgreiche Transfer von nicht-lokalen FVG) führt zu einem Verlust natürlicher genetischer Strukturen. Dies kann die lokale Anpassung beeinträchtigen, sei es positiv durch die Erhöhung der Häufigkeit vorangepasster Gene oder negativ, wenn fehlangepasste Gene einwandern.

ACORN wird innovative Konzepte für Richtlinien zum Saatguttransfer entwickeln, die neben klimatischen und phänotypischen Informationen auch die adaptive genetische Variation berücksichtigen werden. Dieser Ansatz wird sich auf Provenienzen konzentrieren, die (a) die besten genomischen Eigenschaften aufweisen, um dem zukünftigen Klima zu entsprechen, und (b) die beste Anpassungsleistung aufzeigen.

Aufgaben:

  • Entwicklung eines Konzepts zum Saatguttransfer basierend auf den Ergebnissen aus AP3 und AP4

  • Entwicklung von Richtlinien für den Saatguttransfer die an die Herausforderungen des Klimawandels anpasst sind

  • Entwicklung eines maßgeschneiderten, benutzerfreundlichen und kosteneffizienten Werkzeugs zur Genotypisierung von Genorten die an der Trockenheitstoleranz beteiligt sind

AP-Koordination: FVA (Leitung), BOKU (Co-Leitung) und AIT (Unterauftrag mit BOKU)